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unun Nr. 01 Hilde

Hilde ist frustriert, da sie in einer ewigen Casting-Situation gefangen zu sein scheint. Sie betritt einen Aufzug, der sie metaphorisch durch das Leben trägt. Eine Computerstimme zitiert aus dem Theaterstück Das Leben ein Traum von Pedro Calderón de la Barca:

"¿Qué es la vida? Una ilusión, una sombra, una ficción; y el mayor bien es pequeño; que toda la vida es sueño, y los sueños, sueños son.”

„Was ist Leben? Eitler Schaum, / Truggebild, ein Schatten kaum, / Und das größte Glück ist klein; / Denn ein Traum ist alles Sein, / Und die Träume selbst sind Traum.“

Hilde betritt das Stockwerk mit dem Namen "Das Leben, ein Casting" und sitzt entblößt an einem Tisch, um sich vorzustellen. Doch dann passiert etwas mit der Protagonistin: Sie beginnt, ihre wahren Gedanken auszusprechen. Die Gedanken strömen unkontrollierbar aus ihr heraus. Ist ihr Leben wahrhaftig eine ewig andauernde Casting-Situation? Oder hätte sie sich für eine andere Etage entscheiden können? Nichts einfacher als das! Wenn das Leben ein Traum wäre, hätten wir dann die Macht, über unsere Erfahrungen frei zu bestimmen? 

Wer diese Art Fragen stellt, kommt nicht um das berühmte Gedankenexperiment „Schrödingers Katze“ des Physikers Erwin Schrödinger herum: Dieser steckte eine Katze mit einer geringen Menge radioaktiver Substanz in eine Kiste. (Achtung: nur gedanklich!) Die Menge wurde so gewählt, dass es gleich wahrscheinlich ist, ob eines der radioaktiven Atome zerfällt oder nicht. Falls es zerfällt, wird ein Hammer ausgelöst, der ein giftiges Fläschchen zerschlägt und die Katze stirbt. Solange die Kiste verschlossen ist, können wir nicht wissen, ob die Katze tot oder lebendig ist. Sie befindet sich in einem Zwischenzustand in der sogenannten Superposition (d.h. zu 50 % lebendig und zu 50 % tot).

„Schrödingers Katze“ zeigt uns, wie schnell Alltagserfahrungen zerfallen können. Die Gesetze des Mikrokosmos funktionieren im Makrokosmos nicht – ein Paradoxon. Im mikroskopischen Bereich können Quantenobjekte wie z. B. Photonen oder Elektronen gleichzeitig mehrere Zustände annehmen. Sie sind Welle und Teilchen zugleich. Nur eine Interaktion (wie z.B. eine Beobachtung oder die falsche Wahl des Stockwerks) beeinflusst, was sich manifestiert. Damit wäre bewiesen, dass wir über unsere persönliche Realität entscheiden können. Oder doch nicht?

Der Film öffnet die Büchse der Pandora, da ich keine allgemein gültige Antwort geben kann. (Wer kann das schon?) Es bleibt also allen selbst überlassen, wie sie den Film interpretieren. Du entscheidest!

Mein Kunst- und Filmprojekt unun will die Grenzen von low-budget (oder auch no-budget) Filmen erkunden und neu definieren.

Fügen wir die Silbe un zu einem Wort hinzu, sind wir un-gewollt, un-gefragt, un-geschickt, un-typisch usw. Durch die Doppelung von un zu
unun löse ich die Negativität auf und stelle die Frage, ab wann wir überhaupt als gewollt, gefragt oder geschickt gelten. In meinen Filmen geht es um Kunst, Philosophie und das Leben.

Ich würde mich sehr freuen, wenn du meine Arbeit unterstützt. Abonniere den unun-produktion YouTube-Kanal und erzähle anderen davon. Danke:)


youtube.com/@unun-produktion

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